Hungarian Chamber Orchestra Lásló Fenyö, Violoncello

Donnerstag, 16. März 2023, 20.00 Uhr
Stadttheater Lippstadt

Preis: € 28,- / 26,- / 24,- / 22,-
Ermäßgt: € 14,- / 13,- / 12,- / 11,-

M. Haydn: Quintetto Concertant
J. Haydn: Konzert für Violoncello und Streichorchester Nr. 1 in C-Dur, Hob.VIIb:1
A. Sallinen: Chamber Music III, Nocturnal dance of Don Quixote, op.58
L. Weiner: Divertimento Nr. 1, op.20
B. Bartók: Rumänische Volkstänze I-VI

Copyright:
Lásló Fenyö: © Marco Borggreve
Hungarian Chamber Orchestra: © privat

Hungarian Chamber Orchestra Lásló Fenyö, Violoncello

Musiker sind mit ihrem Instrument verheiratet, sagt man. Cellisten jedoch pflegen ein recht physisches Verhältnis zu ihrem Instrument. Allein die Größe des Korpus, dessen feminine Konturierung sowie die nahezu umarmende Spielhaltung befördern die Assoziation eines Tanzpaares. Auch der aus Ungarn stammende Cellist Laszlo Fenyö bestätigt diesen Eindruck. Er gilt spätestens seit dem Gewinn des Pablo-Casals-Wettbewerbs 2004 zur Weltelite. Unabhängig, ob er einen lyrischen Satz zelebriert oder sich zum virtuos-feurigen Finale aufschwingt, stets ist es ein von federnd leichten Bogenstrichen begleitetes Hin- und Herwiegen, das sein Spiel charakterisiert. Man könnte auch – um im Bild zu bleiben – von einem „Schwofen“ sprechen. Es ist Ausdruck einer grundentspannten Spielweise, die sich um technische Schwierigkeiten keine Gedanken mehr machen muss und sich ganz der inhaltlichen Aussage des Komponisten widmen kann. Folgerichtig, dass Fenyö ein Programm zusammengestellt hat, das dem Tänzerischen genügend Raum bietet. Zwar ist in Haydns C-Dur Cellokonzert dieses nicht gerade ausgewalzt, aber die flankierenden Stücke umkreisen das cellistische Standardwerk wie ein Reigen. So ist „Chamber Music III“ des finnischen Komponisten Aulis Sallinen (*1935) eigentlich ein einsätziges Cellokonzert, in dem Elemente des argentinischen Tangos Eingang in die surreal modellierten Tanzstücke fanden. Wie der Untertitel aufzeigt, griff Sallinen auf die literarischen Figuren Don Juan und Don Quixote zurück, um sie unter dem Titel „Die nächtlichen Tänze von Don Juanquixote“ zu einer bizarren Suite zusammenzufassen.

Leo Weiners (1885-1960) Divertimento op. 20 ist im Grunde eine abwechslungsreiche Suite, die im besten Sinne unterhalten will. In ihr verarbeitete der Komponist alte ungarische Tanzweisen. Er kleidete diese in eine romantische Musiksprache, die leichtfüßig nicht völlig humorbefreite Klangräume ausschreitet. Hier und da wagt sie sogar Ausflüge ins Clowneske. Und von Bartók als Musiksoziologe ist bekannt, dass er vom kitschigen Gefiedel der pseudo-ungarischen Zigeunerkapellen in Budapests Kaffeehäusern genug hatte. Er wollte das Ursprüngliche erforschen. Dazu reiste er 1905 mit Spazierstock, Rucksack und Phonograph bewaffnet in die Weiten des damaligen Königreichs Ungarn, um authentische Bauernmusik zu dokumentieren. Aus der Reise wurde ein lebenslanges Projekt, das auch Widerhall in seiner eigenen Tonsprache fand. Die Rumänischen Volkstänze sind voll rustikalen Charmes, sie riechen geradezu nach Dorfschenke.

Quelle:https://nordische-musik.de/interpret-1011-Aulis-Sallinen.html?PHPSESSID=76f4c02be22c0b3ce27870ee48ebb448; https://www.europeana.eu; https://rondomagazin.de