Presseartikel 2011/2012

Aus „Der Patriot“ vom 13.03.2012
„Charmante Hausmusik“ – Kritik zum Konzert des Trio Lezard

Aus „Der Patriot“ vom 16.02.2012
„Ausgeprägter Sinn für Klangpoesie – Die ‚klassische Band‘ Spark überzeugte auf der Studiobühne“

Aus „Der Patriot“ vom 22.01.2012
„Hinreißende Freiheit – Camilla Nylund begeisterte beim Opernabend des Musikvereins“

Aus „Der Patriot“ vom 17.11.2011

Reise an einen geschichtsträchtigen Ort

Unter dem Titel „Nach Krakau“ sang der Konzertchor Lippstadt in der Jakobikirche.    Foto: Meschede

Der Konzertchor Lippstadt präsentierte in der Jakobikirche sein Programm „Nach Krakau“

Am Anfang steht eine Reise. Es ist keine Fahrt in den sonnigen Süden, und es ist auch keine Abenteuertour. Die Reise führt die Sänger des Konzertchors Lippstadt geradewegs an einen geschichtsträchtigen Ort. Ziel ist das 3. internationale Chorfestival in der polnischen Stadt Krakau.

„Nach Krakau“ lautet auch der Titel des Konzerts, das der Konzertchor in der Jakobikirche gab. Ausgewählt hat das Ensemble für die Aufführung unter der musikalischen Leitung von Burkhard A. Schmitt Stücke, die es bereits beim Chorfestival in Krakau gesungen hat.

Die Worte erklingen so ruhig und sanft aus den Kehlen der Sängerinnen und Sänger, als wollten sie in Gedenken an die Gräuel des deutschen Nationalsozialismus ihre Beklemmung ausdrücken. Aber auch ihr Respekt vor dieser polnischen Stadt schwingt in den ruhigen, verhalten vorgetragenen Liedern mit. Diese Grundstimmung durchzieht alle Stücke, die die Mitglieder des Konzertchors beim Konzert vorstellen.

Klassiker wie Anton Bruckners „Locus iste“, Franz Liszts „Pater noster“ und Josef Gabriel Rheinbergers „Abendlied“ prägen ebenso das Konzertprogramm wie Instrumentalstücke von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach. Burkhard A. Schmitt interpretiert diese Kompositionen als Querflötensolo. Zudem begleitet Wolfgang Sewering den Chor bei Liedern wie unter anderem Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“ und Edward Elgars „Ave verum corupus“ an der Orgel. Darüber hinaus runden Texte über die Stadt Krakau, die Sänger des Konzertchors vortragen, die Aufführung ab.

Mit geschliffenen flauschigweichen Stimmen lotet der Chor die Stücke aus. Einzelne Stimmen treten für einen Moment hervor, bevor sie wieder von anderen Stimmen überlagert werden, sich mit ihnen verweben und am Ende verschmelzen. Rheinbergers „Abendlied“ ist ein gelungenes Beispiel dafür.

Nicht minder gefühlvoll berührend wirkt Elgars „Ave verum corpus“. Man gewinnt bei diesem Stück den Eindruck, dass die Sänger jeden Laut mit Bedacht setzen. Eine getragene Stimmung macht sich schließlich bei den langsam aufeinander folgenden Tönen aus Heinz Laus Komposition „Morgenglanz der Ewigkeit“ breit.

Frisch erquickend sind hingegen Schmitts Soli auf der Querflöte. Die hellen Töne zu Beginn von Johann Sebastian Bachs Stück „Largo A-Dur“ sind klar konturiert und gefühlvoll weich. Das ist eine sehr gute Ergänzung zum Chorgesang.

Aus „Der Patriot“ vom 15.11.2011

Städtehopping mit Mozart

Haut gern kräftig in die Tasten: der Klaviersolist Christoph Soldan beim Konzert mit der Camerata Europeana im Lippstädter Stadttheater. Foto: Brode

Die Camerata Europeana spielte im Stadttheater – der Pianist ging dabei etwas forsch zur Sache

Die durchweg jungen Musikanten des international besetzten Ensembles Camerata Europeana kommen auch ohne einen Dirigenten aus. Diese Rolle übernimmt Daniel Rehfeld in seiner Mehrfachfunktion als Erster Geiger, Konzertmeister, Impulsgeber und musikalischer Leiter.

Beim Sinfoniekonzert des Städtischen Musikvereins im Stadttheater führte das musikalische „Städtehopping“ mit Wolfgang Amadeus Mozart zunächst von Salzburg (Divertimento F-Dur) nach Wien (C-Dur-Klavierkonzert). Die dabei hörbaren unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen gipfelten im konzertanten Abstecher nach Bergen (Norwegen) mit der Orchesterfassung der Klaviersuite „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg. Diese wurde vom Orchester im erfrischend lebhaften Allegro Vivace intoniert, bevor mit den kammermusikalisch entwickelten Sequenzen im Andante der Sarabande und dem eher schwermütig-düster wirkenden Air-Thema besinnlichere Gangarten eingeschlagen wurden. Der in gemäßigtem Allegro-Tempo vorgestellte Finalsatz lebte von seinen beeindruckenden Solo-Dialogen zwischen der ersten Violine und der ersten Viola. Ein geschmeidiger Streichersound durchpulste schließlich die 2. Salzburger Sinfonie im F-Dur-Divertimento des 17-jährigen Mozart bis hin zu den hauchdünnen Pizzicato-Momenten im Presto-Finale.

Im Mittelpunkt des Abends standen Mozarts Klavierkonzerte C-Dur (KV 415) und Es-Dur (KV 449). Hier dokumentierte Christoph Soldan auf dem Bösendorfer-Flügel seine Virtuosität mit glanzvollen Laufparaden (etwa im Sechs-Achtel-Takt des Rondothemas beim Allegro scherzando im Klavierkonzert C-Dur).

Auch im Es-Dur-Konzert gab sich der Künstler in seiner Anschlagskultur auf dem Manual recht forsch und resolut, um nicht zu sagen dominant, in den Allegro-Ecksätzen, leider teilweise auch im behutsamen Andantino-Thema des Mittelsatzes. Hier zauberte der herrliche Weichklang der Streicher eine feine sentimentale Stimmung. Beim Pianisten war allerdings nur ansatzweise davon etwas zu spüren. Die Solokadenz im Sechs-Achtel-Takt des Finalsatzes tauschte der Solist gegen die Kadenz aus einem anderen Es-Dur-Konzert aus.

Darüber mag man geteilter Meinung sein. Offen bleibt die Frage, warum es ein international renommierter Interpret, der immerhin schon mit Leonard Bernstein zusammen musiziert hat, nötig hat, seinen Posten am Flügel während des laufenden Konzerts mehrfach zu verlassen und in den wenigen partiturbedingten Spielpausen das Orchester zu dirigieren, das auch ohne diese unnötigen Aktionen klargekommen wäre. Der ständige Wechsel zwischen Klavier und Dirigentenplatz lenkte ab, brachte Hektik und Unruhe in das musikalische Geschehen, wirkte nervig und trübte den Musikgenuss.

Aus„Der Patriot“ vom 19.07.2011

Klanglich intensiv
Kammerchor Con Brio bat in der Jakobikirche zur „Traumnacht“
Sopranistin Stephanie Lönne
Die junge Sopranistin Stephanie Lönne bereicherte das
Programm mit Liedern von Schumann, Schubert und
Strauss.

ConBrio „Traumnacht“
Der Kammerchor Con Brio bot dem Publikum eine
stimmungsvolle ,,Traumnacht“

LIPPSTADT- Natürlich wäre eine „Traumnacht“ in der Lippstädter Stiftsruine atmosphärisch gewinnender gewesen, aber das Publikum folgte der Einladung von Con Brio, dem Kammerchor des Lippstädter Musikvereins, auch willig in die Jakobikirche. Es wurde ein Abend der populären Sätze mit dem Hauptgewicht auf den Kompositionen von Johannes Brahms und weitgehend historisierenden Sätzen aus dem Chorbuch „Loreley“, mit einer Reverenz an den Herausgeber Volker Hempfling. Nun stellen gerade vermeintlich einfache Sätze eine hohe Anforderung an klangliche Ausgeglichenheit des Chores, artikulatorische Disziplin und die immer neue Einstellung auf

die oft nur kurzen Einfühlungsmomente. Burkhard A. Schmitt hat mit seinem Kammerchor auf diesen Gebieten Erfreuliches erreicht, schafft einen differenzierten Klang. Eine kleine Einschränkung findet sich dann, wenn ein Legato- Klang gefordert wäre. Legato-Singen ist schwierig, aber eine Vertonung wie „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms gelingt nur auf der Basis eines klangvollen Legato, wenn die musikalischen Bögen nicht zerhackt erscheinen sollen. Sehr gute Beispiele für die Verbindung von präziser Artikulation und Legatoklang waren die beiden Sätze „O, du stille Zeit“ und „Ade zur guten Nacht“ am Programmschluss. Mit diesen Kompositionen entließ Burkhard A. Schmitt mit seinem Kammerchor aus einer insgesamt sehr stimmungsvollen, klanglich intensiven „Traumnacht“ in eine Nacht der Träume. Und er gab dazu noch ein schönes, klangvolles Abschiedsgeschenk mit auf den Weg: Josef Rheinbergers „Nachtlied“. Danach waren viele Zuhörer sogar bereit, noch ein Reinhard Mey-Chanson zu akzeptieren. Bereichert wurde das Programm durch Liedbeiträge der Sopranistin Stephanie Lönne. Dass sie sich dabei mit Robert Schumanns „Mondnacht“, Franz Schuberts „Nacht und Träume“ und der „Zueignung“ von Richard Strauss drei der „Highlights“ der Liedliteratur angenommen hatte, war mutig und gelang mit großer, noch nicht ganz ausgeglichener Stimme durchaus beachtlich. In Burkhard A. Schmitt hatte sie einen einfühlsamen Begleiter. Ein schöner Abend also im wechselhaften Sommer. Alle Beteiligten sollten sich die hoffnungsvolle Erwartung auf ein Konzert in der Stiftsruine nicht nehmen. Der Kammerchor Con Brio bot dem Publikum eine stimmungsvolle „Traumnacht“lassen.

Aus „Der Patriot“ vom 15.07.2011

Treue Sänger geehrt

Musikverein bedankt sich bei Jubilaren
Musikverein Lippstadt Jubilare 2011
Der Städtische Musikverein Lippstadt bedankt sich bei Barbara
Jungebold, Jochen Schulze, Evelyn Adam, Ursula Reineke, Gisela
Severin und Helga Herberhold (v.l.)

Lippstadt- Der Städtische Musikverein Lippstadt hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung Jubilare für ihre langjährige aktive Teilnahme im Konzertchor ausgezeichnet. So bedankte sich der Musikverein bei den Sopranistinnen Lisa Wewel für fünf Jahre und Viktoria Buballa für zehn Jahre aktives Sängertum. Einen Blumenstrauß erhielten Helga Herberhold (Sopran) für 30 Jahre, Jochen Schulze (Tenor) für 50 Jahre und Ursula Reineke (Alt) für 55 Jahre Mitgliedschaft. In Abwesenheit wurde besonders das Engagement von Hans-Gerd Dönne (Tenor) gewürdigt, der inzwischen auf 65 Jahre im Konzertchor zurückblicken kann. Abschied nehmen hieß es von Barbara Jungeblodt (Sopran) nach 38 Jahren und Gisela Severin (Alt) nach 41 Jahren. Ein besonderer Dank galt Evelyn Adam (Sopran), die an diesem Abend als Vorsitzende verabschiedet wurde, dem Chor aber als Sängerin treu bleibt. Adam übergab ihre Aufgaben an Dr. Peter Knop (wir berichteten).

Aus „Der Patriot“ vom 05.07.2011

Neuer Musikvereins-Vorsitzender will junge Zuhörer ansprechen
Vorstand 2011 des städtischen Musikvereins Lippstadt

Der Städtische Musikverein Lippstadt hat einen neuen Vorsitzenden. Evelyn Adam beendete ihre Amtszeit wie geplant, bleibt dem Konzertchor aber als Sängerin erhalten. Zu ihrem Nachfolger wählten die Mitglieder Dr. Peter Knop (2.v.r.). Der ehemalige Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses betonte in seiner Antrittsrede, dass er sich — besonders im Hinblick auf die schwierige Haushaltslage — mit besonderem Engagement der neuen Herausforderung stellen werde. Darüber hinaus wurde der geschäftsführende Vorstand mit (v.l.) Schatzmeister Winfried Verhoff, der stellvertretenden Vorsitzenden Isabell Markgraf-Seubert, dem zweiten stellvertretenden Vorsitenden Friedhelm Arnoldt und Schriftführerin Susanne Wicker einstimmig im Amt bestätigt. Zu einem Antrittsbesuch begrüßte jetzt Bürgermeister Christof Sommer (r.) den neuen Vorsitzenden mit seinen Vorstandskollegen im Stadthaus. Dabei stellte Knop die weiteren Entwicklungsperspektiven des Musikvereins heraus: So sei ein entscheidender Auftrag für die Zukunft, mehr junge Leute an die klassische Musik heranzuführen und für große Projekte noch mehr Sponsoren zu begeistern.