Der Patriot

 

Concilium musicum spielt in der Lippstädter JakobikircheWalzer und Polkas

DER PATRIOT von Bettina Boronowsky

Concilium musicum Wien " Gruss aus Wien"

 

Lippstadt –


Mit einem „Gruß aus Wien“ hat der Lippstädter Musikverein endgültig die sommerliche Urlaubs-und Reisezeit beendet: Das Concilium musicum aus der Donau-Metropole erinnerte in der Jakobikirchenoch einmal an heitere Sommerstunden.

Gespielt wurden Werke aus der Zeit, als eingängige Gebrauchsmusik in Blüte stand. Das Programm ließ aber auch Töne an den Herbst anklingen, als man damals zu Hause tanzte und musizierte.

Bestes Beispiel dafür war das Eingangsstück, ein Divertimento angeblich von Joseph Haydn. Die hübschen, einfachen Melodien waren problemlos durch das Stück zu verfolgen. Später sollen Historiker übrigens herausgefunden haben, dass das Werk gar nicht von Haydn stammte, sondern dass ein namenloser Komponist den Namen des damaligen „Popstars“ nutzte, weil sich das Stück unter dem Label besser verkaufte.

Den Komponisten Johann G. Albrechtsberger, von dem ein Divertimento zu hören war, schätzt Bratschist Christoph Angerer besonders, weil er auch für die Viola d’amore komponierte. Sein Klang ist quirlig und silbrig, weil zusätzlich Resonanzsaiten zu den Spielsaiten eingebaut sind.

Christoph Angerer war es auch, der mit „Wiener Schmäh“ durchs Programm führte. Er erinnerte daran, dass das Concilium musicum Wien in größerer Besetzung vor vielen Jahren im Lippstädter Stadttheater Haydns „Die sieben Worte Jesu am Kreuz“ aufgeführt hatten.
An seinen Vater Paul, den Mitbegründer des Concilium musicums, erinnerten Sinfonia, Wiegenlied und Tanz, die nach der Pause gespielt wurden. Schon durch ihr Entstehungsjahr 1993 und die oftmals schrillen, wenig einschmeichelnden Klänge fiel dieses höchst komplexe Werk aus dem Rahmen – ebenso wie im ersten Teil das Mozart-Quartett. Mit einer neuen kunstvollen Kompositionstechnik schuf der 21-Jährige ein in sich verwobenes, facettenreiches Werk.

Bei schwungvollen Polkas, Galopps und Walzern konnte das Publikum entspannen und anschließendbeschwingt in den Oktoberabend gehen.