Nordwestdeutsche Philharmonie

Drei Werke, drei Elemente

Lippstadt –

Drei Werke, drei Elemente: flirrendes Licht, klare Linien und weite Landschaften. Das Sinfoniekonzert am 1. Februar 2026 bringt Werke auf die Bühne, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Mit dem 2009 entstandenen Midsummer Song der litauischen Komponistin Raminta Šerkšnytė, Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert G-Dur (KV 453) sowie der 3. Sinfonie a-Moll, op. 56 von Felix Mendelssohn Bartholdy („Schottische“) präsentiert die Nordwestdeutsche Philharmonie ein äußerst abwechslungsreiches Programm. Am Pult steht die junge litauische Dirigentin Izabelė Jankauskaitė, Solist ist der Pianist Ronald Brautigam.

Raminta Šerkšnytė ist Komponistin, Pianistin, Dozentin und außerordentliche Professorin für Komposition. Als Preisträgerin wurde sie 2008 mit dem litauischen Nationalpreis für Kultur und Kunst ausgezeichnet sowie 2020 für einen Gramophone Classical Music Award nominiert. Ihre Musik verbindet klassische, litauische alte Volks- und Avantgarde-Musiksprachen. Inzwischen hat die Künstlerin ihr eigenes Kompositionssystem entwickelt. Sie bezeichnet es als „Fusion von Dur und Moll“. Zu ihrem 2009 in Braunschweig uraufgeführten Werk schreibt sie: „Wie in den meisten meiner Kompositionen war auch die Natur mit ihrem metaphorischen Vergleich zu den archetypischen Zuständen des menschlichen Geistes meine Hauptinspiration in diesem Werk. Die Sommersonnenwende – diese aufregende Zeit der kürzesten Nächte und längsten Tage – ist für mich immer mit Gelassenheit und endloser Zeit verbunden. Daher ist mein Mittsommerlied wie ein pantheistisches Lied, wie eine lange Reise zum ewigen Licht und zu unserem inneren Seelenfrieden.“

Ein Freigeist war auch Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Klavierkonzert (KV 453) mit der für ihn so typischen Mischung aus freundlicher Eleganz und hintergründiger Melancholie begegnet. Das feinsinnige Spiel von Ronald Brautigam, dessen CD-Einspielungen alleine acht internationale Auszeichnungen erhielten, wird die klare Linienführung sicher noch herausstellen und zeigen, dass in Mozarts Musik auch bei eitel Sonnenschein Traurigkeit nie weit entfernt ist. 

Mit Mendelssohns 3. Sinfonie op. 56 schließlich zieht eine schottische Klanglandschaft von rauen Highlands und Weite auf. Mendelssohn, inspiriert von einer Reise, entwarf zunächst Skizzen und Motive direkt aus der Naturerfahrung, bevor er sie zu einem lebendigen musikalischen Landschaftsbild verdichtete: felsige Themen, das Hell-Dunkel-Lichtspiel von zerrissenen Wolkentürmen, melancholische Reflexe auf vergangene Zeiten. In ihr vereinen sich alle drei Elemente des Programms.