Severin Stitzenberger sorgt neben dem klangvollen Blech bei Salaputia für das gewisse Etwas im Klang. Foto: Laura Kabuth

Zwischen Hoftanz, West Side Story und Bond-Melodien

07.10.2025; Der Patriot

Von Laura Kabuth

Lippstadt – Der Auftakt der neuen Konzertsaison im Stadttheater Lippstadt ist immer ein Abend voller besonderer Momente – nicht nur im musikalischen Sinne. Traditionell stand ebenfalls die Ehrung der Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ auf dem Programm (Bericht folgt). Doch dann hieß es, Bühne frei für Musiker, die einmal, genau wie sie, großartige Leistungen bei „Jugend musiziert“ errungen und sich schließlich als Salaputia Brass zusammengetan hatten.

In einer kleinen Fragerunde zu Beginn des Konzerts wurde noch einmal über den ungewöhnlichen Namen nachgedacht. „Wir haben einfach nach lustigen Namen im Lateinlexikon gesucht“. Dabei sind sie dann auf Salaputia gestoßen, was übersetzt „kleiner, redegewandter Kerl“ bedeutet.

Im Blasorchester geht es jedoch weniger um Redegewandtheit als mehr um Tongewandtheit. Es müssen Lieder ausgewählt werden, die ohne Text, nur mit ihrer Melodie sprechen können. „Da fallen die letzten zehn Jahre raus“, bemerkte Trompeter Peter Dörpinghaus lächelnd. Er ist der kreative Kopf bei Salaputia, der Feinschliff wird bei den Liedern jedoch gemeinschaftlich vollbracht.

Der Komponist, den Salaputia gerne mal live auf der Bühne gehabt hätten, sei Leonard Bernstein. Mit seinen Werken starteten sie auch in das erste Blechblasmedley ihres Programms „Songbook“ mit Melodien aus West Side Story.

Posaunist Philip Pineda Resch führte mit kleinen Erklärungen zu jedem Stück durch das Programm. Das machte die Musik für das Publikum greifbarer. Sehnsuchtsvoll erklangen die Töne aus „Maria“ oder „Somewhere“.

Ein Abstecher wurde auch in die elisabethanischen Hoftänze, komponiert von Anthony Holborn, gemacht. Nebenbei lernten die Zuhörer auch etwas über den Unterschied zwischen Spring- und Schreittänzen zu dieser Zeit. Die Blechbläser und das Schlagzeug, gespielt von Severin Stitzenberger erweckten im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten eine der bekanntesten Actionfilmreihen zum Leben. Die Suite „Bond for Brass“ reicht von Goldfinger bis hin zu Adeles Skyfall und zur ikonischen, „unsterblichen“, Titelmelodie wie Resch sie benannte.

Blechbläser können aber nicht nur Actionhelden sondern auch die Stadt Paris zum Leben erwecken mit Melodien eines Abends im Moulin Rouge oder eines Spaziergangs an der Seine.

Mit Abstand am beliebtesten bei den Zuhörern war aber das Beatles Medley „All you need is Brass“. In einigen Reihen wurde enthusiastisch „Hey Jude“ oder „ Let it be“ mitgesummt.

Sulupatia Brass entpuppte sich als Publikumsliebling, als sie gleich mit zwei Zugaben den Konzertabschluss feierten und die Konzertsaison somit offiziell eröffnet wurde.