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Reise zu den Sternen: Kinderorchester NRW spielt in Lippstadtzum Muttertag

DER PATRIOT von Dietmar Gröbing

Kinderorchester NRW

 

Lippstadt –

Der jährlich im Frühling wiederkehrende Muttertag ist vor allem ein Familienfest. Nicht seltenkommen mehrere Generationen zusammen, um Mütter und ihr Wirken zu feiern.

Das kann im privaten Kreis passieren, aber auch an einem öffentlichen Ort. Einem Ort wie dem Lippstädter Stadttheater, das am Sonntag ein viel umjubeltes „Familienkonzert zum Muttertag“ erlebte. Die Matinee wird vom Städtischen Musikverein präsentiert und bringt Menschen unterschiedlichen Alters in das Veranstaltungshaus. Natürlich auch Mütter, die sich oft in Begleitung ihres Nachwuchses zeigen.

Alle Generationen lauschen den Heranwachsenden, die auf der Bühne Platz genommen haben. Siegehören dem Kinderorchester NRW an, das von György Meszaros geleitet wird. Meszaros dirigiert mehr als 70 Mädchen und Jungen durch ein Event, das sich „Kompass der Klänge“ nennt. Es vereint Kompositionen aus diversen Einflusssphären und verknüpft sie zu einem Gesamtkunstwerk, das sich thematisch durch Raum und Zeit bewegt. Und zwar, ohne den Saal zu verlassen.

Auch die Zuhörer können auf ihren Sitzen verweilen, während Noten und Tonarten blitzschnell wechseln. Das schafft nur die Musik, die sich generös über feste Zuschreibungen hinwegsetzt. Weil sie keine Beschränkungen kennt, stets grenzenlos und allumfassend denkt. Und weil Musik ein Faszinosum darstellt, das entfernte Gefilde in die nächste Umgebung holt. Dann wird Fremdes vertraut, und die zwischen elf und 15 Jahren jungen Protagonisten zu Brückenbauern. Oder zu Lokomotivführern, die nonchalant auf den „Vergnügungszug“ aufspringen.

Die schnelle Polka von Johann Strauss (1864) steht am Anfang des 60-minütigen Programms und machtordentlich Dampf. Auf dem Nebengleis: „The Great Locomotive Chase.“ Der Soundtrack zum gleichnamigen Western (1956) stammt von Paul Smith und eröffnet den raumgreifenden Filmmusikblock. Er entführt wechselweise nach Persien („Aladdin“), Rom („Gladiator“) und ins Weltall. „Habt ihr Lust auf eine Reise zum Mond?“, fragt der im Astronautenanzug steckende Moderator Ralph Erdenberger das Publikum, um wenig später den von James Horner komponierten Score zum Tom-Hanks-Streifen „Apollo 13“ anzukündigen.

Apropos Tom Hanks: Der ist auch bei „Forrest Gump“ in vorderster Front zu sehen. Die aus Alan Silvestris Feder stammende Filmmusik passt sich perfekt der Gefühlslage des Oscar-prämierten Melodrams an: Zuckrig, sentimental und sehr amerikanisch.